Benzin im Tank

Eingetragen von Rechtsanwalt Markus Lehmann am 15. Mar 2017 zum Thema Verkehrsrecht

Ist ein Unfall passiert und liegt insbesondere danach ein Totalschaden vor, stellt sich bei den steigenden Benzinpreisen immer häufiger die Frage, ob (zusätzlich) auch Ersatz für das noch im Tank befindliche Benzin verlangt werden kann. Dies kann je nach Größe des Tanks und dem Grad der Befüllung durchaus ja bis zu 100 € ausmachen.

Einen solchen Fall hatte jetzt das OLG Düsseldorf (vgl. vom 10.01.2017, Az I-1 U 46/16) zu entscheiden und hat letztlich die Frage verneint.

Dabei wird der Wert des verunfallten Fahrzeuges nach dem Unfall (sog. Restwert) regelmäßig durch einen Sachverständigen ermittelt. Entweder wird in einem solchen Gutachten der Inhalt eines Tanks dabei mitberücksichtigt, was in der Praxis regelmäßig nicht erfolgt, oder der Geschädigte muss den Wert des verbliebenen Benzins im Tank vor dem Verkauf oder mit dem Verkauf des verunfallten Fahrzeuges realisieren. Eine separate Abrechnung soll aber nicht möglich sein.

Die Rechtsprechung der Instanzgerichte ist zu dieser Frage uneinheitlich, gefestigte Rechtsprechung der Oberlandesgerichte gibt es nicht.

Dem Geschädigten ist daher im Einzelfall anzuraten, frühzeitig zu klären, ob der verbliebene Tankinhalt eine relevante Schadensposition darstellt und sich dann zu kümmern, dass dies entweder im Rahmen des Schadensgutachtens berücksichtigt wird oder der Tankinhalt eigenständig verwertet wird.

Ob man in einem konkreten Fall Ansprüche durchsetzen kann, lässt sich regelmäßig nur durch frühzeitige Prüfung des Einzelfalls durch einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt sicherstellen.

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