Unfall unter Alkoholeinfluss – außer Spesen nichts gewesen?

Eingetragen von Rechtsanwalt Markus Lehmann am 01. Jan 2006 zum Thema Verkehrsrecht

Ein kleiner Fall: Herr R. fährt nach einigen Gläsern Bier mit 0,9 Promille noch mit seinem Auto und fährt einem vor ihm fahrenden Fahrzeug hinten drauf.

Zunächst läuft ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr, bei welchem hier Geldstrafe und Führerscheinsperre für mehrere Monate drohen. Eigentlich liegt die Grenze erst bei 1,1 Promille (absolute Fahruntüchtigkeit), doch wenn z.B. ein Unfall passiert ist, genügt u.U. bereits 0,3 (!) Promille für ein Strafverfahren.
Nach Ablauf der Sperre kommt u.U. durch die Führerscheinbehörde noch die Anforderung eines MP-Gutachtens (sog. „Idiotentest“) hinzu, was mit weiteren Hürden (Durchfallquote!) und Kosten verbunden ist. Dies geschieht zwar regelmäßig erst ab einem Promillewert von ca. 1,6 - doch je nach Schwere des Falls auch bei geringeren Werten. Weiterhin droht zusätzlich, dass die eigene Versicherung, die den gegnerischen Schaden zunächst ausgeglichen hat, bei Herrn R. die geleistete Zahlung ganz oder teilweise wegen der Trunkenheitsfahrt zurückfordert. Auch den eigenen Schaden zahlt Herr R. selbst.

Zusammenfassend kann man sagen, ein sehr teuerer Abend mit viel Ärger, den man sich hätte ersparen können. Ist aber einmal so etwas passiert, gilt jedenfalls eins: Nicht Hände in den Schoß legen, sondern frühzeitig aktiv werden und sich Rat, z.B. beim Anwalt holen! Gegenüber der Polizei, dem Gericht können Strafen und Sperren verringert werden, wenn man entsprechende Einsicht zeigt, und z.B. Seminare, Maßnahmen bei DEKRA usw. nachweist. Dies hilft auch später bei einem „Idiotentest“. Auch zivilrechtlich kann mit der Versicherung verhandelt werden, um Ansprüche abzuwehren, bzw. Ratenzahlungen abzuschließen. Besteht eine Verkehrsrechtschutzversicherung (ca. 40 € im Jahr) dann sind zumeist die Kosten für die anwaltliche Hilfe und Verfahrenskosten abgedeckt.

Weitere Artikel

Flucht vor der Polizei mit KFZ - Verkehrsrecht

In einem aktuellen Fall, welchen der Bundesgerichtshof zu entscheiden hatte (vgl. BGH vom 29.04.2021, Az: 4 StR 165/20), stand die Frage, ob der neue Strafstandbestand des § 315d StGB (verbotenes Kraftfahrzeugrennen) auch bei sogenannten „Polizeifluchtfällen“ anwendbar ist.

Zum Artikel

Einziehung eines Leasingfahrzeuges

In einem aktuellen Fall, den ein Landgericht zu entscheiden hatte (vgl. LG Tübingen, 11.06.21, Az: 3 Qs 16/21), wurde einem Fahrzeugführer ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen (§ 315d StGB) vorgeworfen und als Folge dabei das von ihm genutzte KFZ durch das Amtsgericht eingezogen.

Zum Artikel

Fußgänger liegt auf Straße

In einem aktuellen Fall, den ein Landgericht zu entscheiden hatte (vgl. LG Mühlhausen, 28.04.21, Az: 3 Qs 43/21), hatte ein Fahrzeugführer mit seinem KFZ auf einer unbeleuchteten Landstraße einen auf der Fahrbahn liegenden Fußgänger überfahren, der dabei tragischerweise zu Tode kam.

Zum Artikel

Büro Berlin-Mitte

Zimmerstraße 55
10117 Berlin

Tel: 030 440 17703
Fax: 030 440 17704

Email: info@wup.berlin

Kontaktieren Sie unsKontakt
Büro Berlin-Neukölln

Neuköllner Straße 346
12355 Berlin

Tel: 030 720 15616
Fax: 030 720 15617

Email: info@wup.berlin

Kontaktieren Sie unsKontakt