Probleme mit dem Vorschaden - Unfallregulierung

Eingetragen von Rechtsanwalt Markus Lehmann am 15. Aug 2017 zum Thema Verkehrsrecht

Immer wieder kommt es bei der Unfallregulierung zu Problemen, wenn Vorschäden bei der gutachterlichen Schadensfeststellung nicht oder nicht korrekt angegeben oder ermittelt werden.
Seit einigen Jahren speichern die Versicherer sämtliche Schäden in ihrem Hinweis- und Informationssystem (HIS), so dass bei der anschließenden Schadensregulierung die Versicherer regelmäßig sehr gute Informationen über frühere abgerechnete Schäden an Fahrzeugen haben und diese dann auch für Ihre Argumentation und Abrechnung und insbesondere für Kürzung und Ablehnung von Ansprüchen nutzen.

So werden bei Fällen, wo der Anspruchsteller einen Vorschaden beim Sachverständigen nicht angegeben hatte oder dieser einen solchen in sein Gutachten nicht aufgenommen hatte, immer wieder Kürzungen der Ansprüche oder sogar vollständige Ablehnung von Ansprüchen durch die Versicherer vorgenommen.
Dies hat zu einer Vielzahl von Gerichtsentscheidungen und diversen Fallgruppen geführt. Dabei gilt aber nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH DAR 90, 224) weiterhin, dass allein mit der Begründung, dass der Anspruchsteller auch Ersatz von Schäden verlangt, die nach gerichtlicher Überzeugung nicht aus dem Unfall stammen (Vorschäden), eine Ablehnung bzw. Klageabweisung nicht gestützt werden darf.
Grundsätzlich gilt aber, eine wahrheitsgemäße Angabe zu Vorschäden lässt viele Probleme gar nicht erst entstehen.
Zu weiteren Fallkonstellationen wird auf einen folgenden Artikel verwiesen.

Ob man in einem konkreten Fall sich gegen Vorschadenseinwände verteidigen und seine Ansprüche dennoch erfolgreich durchsetzen kann, lässt sich regelmäßig nur durch frühzeitige Prüfung des Einzelfalls durch einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt sicherstellen.

Weitere Artikel

Betrieb eines KFZ

Ein Oberlandesgericht musste sich aktuell mit der Frage befassen, welche Handlungen noch von dem in der StVO für die Frage der Haftung des Schädigers vom Gesetzgeber vorausgesetzten Begriff „beim Betrieb eines KFZ“ erfasst sind (vgl. OLG Hamm vom 24.08.18, Az 7 U 23/18).

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Eine Sekunde Rotlicht - Verkehrsrecht

Ein Amtsgericht musste sich aktuell mit der Frage befassen, ob die Rotlichtzeit mehr als eine Sekunde gedauert hat oder nicht (vgl. AG Dortmund vom 08.10.2018, 729 OWi-252 Js 1513/18-250/18).

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Das einsame Rennen

Ein Landgericht musste sich mit dem erst seit dem 13.10.2017 in Kraft getretenen neuen Straftatbestand des § 315d StGB beschäftigen, der Autorennen im Straßenverkehr verbietet (vgl. LG Stade vom 04.07.2018, Az: 132 Qs 88/18). Dieser Straftatbestand war ja mit als Folge von diversen „Raserfällen“ und Fällen von illegalen Autorennen vom Gesetzgeber geschaffen worden.

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