Radfahren ohne Helm

Eingetragen von Rechtsanwalt Markus Lehmann am 18. Nov 2020 zum Thema Verkehrsrecht

In einem aktuellen Fall hatte ein Oberlandesgericht (vgl. OLG Nürnberg vom 28.08.2020, Az: 13 U 1187/20) zu entscheiden, ob das Fahren ohne Helm bei einem Radfahrer im Falle eines Unfalls zu einem Mitverschulden führen kann.

Im vorliegenden Fall war eine Radfahrerin ohne Helm im Jahr 2017 mit einem Fahrzeug zusammengestoßen und hatte sich bei dem Unfall erhebliche Kopfverletzungen zugezogen. Diese Verletzungen wären unter Umständen geringer gewesen, wenn ein Helm getragen worden wäre, so dass das Gericht sich auch mit der Frage beschäftigt hat, ob ein Mitverschulden in Betracht kommt, so dass die Radfahrerin Ihre Ansprüche nicht in vollem Umfang durchsetzen kann.

Eine gesetzliche Helmpflicht für Erwachsene gibt es für Radfahrer derzeit nicht, auch wenn diese empfohlen wird. Der Bundesgerichtshof hatte auch früher schon ein Mitverschulden in einem solchen Fall abgelehnt. Es ist aber immer zu prüfen, ob es mittlerweile ein „allgemeines Verkehrsbewusstsein“ gibt, wonach das Radfahren von Erwachsenen so gefahrenträchtig ist, dass der Helm zum eigenen Schutz erforderlich ist.

Dies wurde aber vom Gericht verneint, da nach Studien aktuell immer noch ca. 80% der erwachsenen Radfahrer ohne Helm fahren.

Sollte sich daran für die Zukunft etwas ändern oder sogar eine gesetzliche Helmpflicht kommen, wird diese Frage neu zu entscheiden sein.

 

Wie man sich in einem solchen Fall verteidigen kann, lässt sich daher oft nur durch eine Beratung durch einen im Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt klären.

 

 

Weitere Artikel

Fußgänger liegt auf Straße

In einem aktuellen Fall, den ein Landgericht zu entscheiden hatte (vgl. LG Mühlhausen, 28.04.21, Az: 3 Qs 43/21), hatte ein Fahrzeugführer mit seinem KFZ auf einer unbeleuchteten Landstraße einen auf der Fahrbahn liegenden Fußgänger überfahren, der dabei tragischerweise zu Tode kam.

Zum Artikel

Rettungsfahrt - Geschwindigkeitsüberschreitung bei Schwangerschaft

In einem aktuellen Fall, den ein Oberlandesgericht zu entscheiden hatte (vgl. OLG Düsseldorf vom 08.03.21, Az 2 RBs 13/21), war ein Betroffener zu schnell gefahren, da er seine schwangere Ehefrau wegen eines akuten Notfalls ins Krankenhaus gefahren hatte.

Zum Artikel

(K)eine betriebsbedingte Kündigung des Stammpersonals bei Einsatz von Leiharbeitnehmern

Nach nun mehr als einem Jahr Pandemie ist es nicht allzu selten, dass die Aufträge und damit das Vertragsvolumen in einem Unternehmen soweit zurückgegangen sind, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden müssen.

Zum Artikel

Büro Berlin-Mitte

Zimmerstraße 55
10117 Berlin

Tel: 030 440 17703
Fax: 030 440 17704

Email: info@wup.berlin

Kontaktieren Sie unsKontakt
Büro Berlin-Neukölln

Neuköllner Straße 346
12355 Berlin

Tel: 030 720 15616
Fax: 030 720 15617

Email: info@wup.berlin

Kontaktieren Sie unsKontakt