Prozessauftakt im Mordfall Susanne Fontaine: “Die Sinnlosigkeit ist schwer zu ertragen”

Eingetragen von Rechtsanwalt Roland Weber am 28. Mar 2018 zum Thema Opfervertretung

Herr Weber, Sie sind der Opferbeauftragte des Landes Berlin. Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Susanne Fontaine sind Sie allerdings auch der Nebenklageanwalt von der Tochter des Opfers. Wieso haben Sie diesen Fall übernommen?

Weber: Es gab den Wunsch der Sachverhaltsaufklärung. Dieser Wunsch ist besonders stark ausgeprägt in den Fällen, in denen die Angeklagten schweigen, wie in diesem Fall. Durch meine Tätigkeit als Opferbeauftragter in Berlin ist mein Zeitfenster leider eingeschränkt, aber wenn mich jemand aufsucht, der meine Beratung wünscht, und es passt, berate ich. Das ist mein Beruf.

Als Nebenkläger haben Angehörige mehr Rechte, dürfen ständig in der Hauptverhandlung anwesend sein und können Beweisanträge stellen, den Angeklagten oder Zeugen befragen. Wann raten Sie Angehörigen zu einem Nebenklageverfahren?

Weber: Immer dann, wenn man sich aktiv einbringen möchte, um mehr als bloßer Zeuge zu sein. Bei einigen dieser schweren Delikte, die ich seit Langem bearbeite, entsteht dann natürlich auch ein Näheverhältnis der Hinterbliebenen zu mir. Zu Einzelnen habe ich bis heute Kontakt, auch wenn es Jahre zurückliegt. Einige von ihnen sagten mir, es hat ihnen geholfen, dass sie zumindest teilweise Antworten auf ihre Fragen, das Wie und das Warum bekommen haben. Für andere war es hilfreich, zu wissen, dass da jemand für sie an jedem Verhandlungstag sitzt und sie nicht selbst im Gerichtssaal sein mussten.

Verändern sich Angehörige während der Strafverfahren?

Weber: Ich lerne die Menschen in einer Ausnahmesituation kennen. Die meisten werden im Laufe des Verfahrens gefasster. Aber nicht alle. Das ist sehr individuell. Wenn Angehörige, etwa nach einem brutalen Mordfall, traumatisiert sind, hilft ihnen eine gute Traumatherapie. Das Strafverfahren kann helfen, muss aber nicht. Das kann nur der Einzelne für sich ausloten.

Weitere Artikel

Halten des Handys

Seit einiger Zeit gilt ja nun die Neuregelung des § 23 Abs. 1a StVO (früher Handyverstoß), was nunmehr als Verbot der Benutzung elektronischer Geräte im Straßenverkehr ausgestaltet ist.

Zum Artikel

Öffnen der Fahrertür

Wenn bei einem KFZ nach dem Anhalten die Fahrertür geöffnet wird, ist dies immer mit Gefahren für den weiteren Verkehr verbunden, insbesondere für Radfahrer, mit denen es leider oft zu Zusammenstößen kommt.

Zum Artikel

Das Elektroauto im Bußgeldverfahren

Zwei Oberlandesgerichte mussten sich aktuell mit der Frage befassen, ob für das Elektroauto Ausnahmen gelten können.

Zum Artikel

Büro Berlin-Mitte

Zimmerstraße 55
10117 Berlin

Tel: 030 440 17703
Fax: 030 440 17704

Email: info@wup.berlin

Kontaktieren Sie unsKontakt
Büro Berlin-Neukölln

Neuköllner Straße 346
12355 Berlin

Tel: 030 720 15616
Fax: 030 720 15617

Email: info@wup.berlin

Kontaktieren Sie unsKontakt